Was heißt hier »Schriftsprache«?

Emojis als Keimzellen einer globalen Kommunikation

(Zwei Minuten Lesezeit – mit Exkurs: drei)

future-of-communication
Bilderrätsel oder die Zukunft der »Schriftsprache«?

Die Grafik mit den vielen kleinen Bildchen, die Sie hier sehen, ist eine »Kurznachricht«, die mir meine Partnerin kürzlich über den Instant Messenger »Threema« zustellte. In der ersten Wahrnehmungssekunde dachte ich natürlich zunächst an einen Übertragungsfehler. Aber dann dämmerte es mir: meine liebe Freundin hatte tatsächlich die Langeweile der Zugfahrt von München nach Hannover kreativ genutzt und mir die Erlebnisse ihres letzten Seminartages inklusive Prüfung, Ergebnisbesprechung, Ehrung, Verabschiedung und anschließendem Spurt zum Bahnhof ausschließlich mit dem Einsatz von Emojis »erzählt«.

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Ohne Auto mobil sein.

Radfahren und Carsharing gegen Kreislauf- und Verkehrskollaps.

(Vier Minuten Lesezeit)

Paris, Arc de Triomphe
Der Verkehrskollaps als normaler Dauerzustand – längst nicht mehr nur in Großstädten wie hier in Paris.

Unsere Straßen platzen aus allen Nähten. In den Städten geht mindestens zweimal am Tag (haha, zur »Rush hour«, welch wundervoller Euphemismus!) gar nichts mehr und dazwischen auch nur noch wenig. Die Aggressivität im Straßenverkehr steigt zunehmend an. Entspannte Gesichter auf dem meist als einzigem besetzten Fahrersitz sieht man nur noch selten. Die Suche nach einem Parkplatz dauert oft länger als die vorausgegangene Kurzstreckenfahrt von einem zum anderen Stadtteil, und wehe, es will gleichzeitig noch ein anderer in die gerade frei werdende Lücke, dann – Ring frei!

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Solidarität liegt in der Natur des Menschen …

… oder: Geht doch!

(Zwei Minuten Lesezeit)

Weibchen der Stockente (Anas platyrhynchus) mit Kueken
Führung durch Vertrauen und Empathie: ein empfehlenswerter Weg!

Was für eine Erfahrung: 13 einander unbekannte Menschen treffen sich auf einer kleinen Mittelmeerinsel zu einem Coaching-Seminar. Keine Tagung wie alle anderen. Es gibt keine Agenda, kein »Schedule«. Beamer und Flipchart sucht man vergeblich, stattdessen die gemütliche Gelassenheit einer traditionellen Taverne in vorsaisonaler Ruhe. Keine Vorstellungsrunde, in der sich jeder schon mal in ein mehr oder weniger erdachtes, rechtes Licht rückt. Dafür: knisternde Entspannung! weiterlesen …

Zivilisation, unvollendet

Wie geht es weiter mit der Emanzipation?

Wieviel »Quote« braucht unsere Gesellschaft noch, bis Gleichberechtigung als »normal« gilt?
Wieviel »Quote« braucht unsere Gesellschaft noch, bis Gleichberechtigung als »normal« gilt?

Geht Ihnen der Gender-Diskurs auch so gewaltig auf den Geist? Diese ewig unzufriedenen Frauen, deren immergleiches Mantra »Quote« lautet und die – so ist anzunehmen – mit ihrem Gequengel nicht eher ruhen, bis auch wir Männer Kinder kriegen. Jetzt läuft auch noch »Suffragette« in den Kinos, ein heroisierendes Filmchen über Frauenrechtler, ’tschuldigung: Frauenrechtlerinnen, den nicht nur die Presse als »erstaunlich aktuell« beschreibt. Und damit leider Recht hat. weiterlesen …

Mehr Dialog wagen

Tauscht Argumente statt Parolen zu brüllen!

Reden können wir alle – aber führen wir auch einen Dialog?
Reden können wir alle – aber führen wir auch einen Dialog?

Günther Jauch kann vielleicht gar nichts dafür. Er scheint ein netter Mensch zu sein, ich hatte das – nunja – Vergnügen, ihm bei einer seiner letzten Talkshows im Gasometer zuzusehen. Er plauderte charmant mit dem Publikum und wirkte entspannt, aber fokussiert. Nur die anschließende Talkrunde, die sich unvermeidlicherweise dem Schicksal Deutschlands angesichts der Flüchtlingszahlen widmete, gelang es ihm nicht zu leiten. Seine Schuld? Wohl eher nicht.

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Die Europa-WG

Was, wenn harmonisches Miteinander unser Handeln bestimmte …

Rostock/ Stralsund 1986
Im »anderen« Deutschland, Rostock 1986

Meine gesamte Kindheit und Jugend hindurch herrschte Krieg. Auch wenn es ein sogenannter »Kalter Krieg*« war, kamen dabei Menschen um, nicht wenige davon bei dem Versuch, die Sperranlagen zwischen den beiden deutschen Staaten zu überwinden. Beim Versuch des Systemwechsels also, meist motiviert von dem Wunsch nach einem Leben in größerer Selbstbestimmung und Freiheit.

Die Bedrohung dieses Krieges war für mich, Geschöpf des Unruhe-Jahrgangs ’68, durchaus auszuhalten. Lebte ich doch, dessen war ich sicher, auf der richtigen Seite der »Grenze« und so weit von ihr entfernt, dass »die da drüben« allenfalls merkwürdige, bestimmt aber bedauernswerte Bewohner eines Staates waren, der seinen Bürgern weder Colt Seavers* noch Raider* bieten konnte. Alles in allem ziemlich jämmerlich also. weiterlesen …

Hysterisch aus Gewohnheit?

Besonnenheit üben im Dauerfeuer von Katastrophenmeldungen

Havarie
Was ist hier wieder passiert?

(Vier Minuten Lesezeit)

»Wir suchen Ihre gute Nachricht!« – Redaktionen rufen zurzeit die Leser auf, mal etwas Positives zu schreiben. Kein Wunder, dass die Profi-Journalisten in der Hinsicht jetzt schon die Hilfe ihrer Konsumenten in Anspruch nehmen müssen. Man verlernt es wohl, über die guten Seiten des Lebens zu berichten, wenn die Konzernzentrale unter dem Druck sinkender Leser-/Hörer-/Zuschauer-Quoten ständig eine Knallernachricht nach der nächsten einfordert.

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Haben Krisen, Kriege und Katastrophen in den vergangenen 25/30 Jahren wirklich exponentiell zugenommen?

Orientierten wir uns nur an den Nachrichtenarchiven, müssten wir zu diesem Schluss kommen. Ich glaube allerdings nicht, dass dies tatsächlich der Fall ist. Betrachten wir zum Beispiel Naturphänomene wie Taifune oder Tsunamis, so haben Wissenschaftler tatsächlich eine auf dem Klimawandel gründende Zunahme feststellen können. Wäre ein Anwachsen derartiger Unwetter aber in dem Maße zu verzeichnen, wie gefühlt darüber berichtet wird, wären CO2-Reduktion und Regenwaldschutz längst weltweiter Konsens und wir müssten nicht dafür demonstrieren gehen. weiterlesen …

Da geht noch was!

Über den Wahn der Selbstoptimierung

Jetzt bloß keine falsche Wahl treffen! Im Zweifel hilft eine App.
Jetzt bloß keine falsche Wahl treffen! Im Zweifel hilft eine App.

»An apple a day keeps the doctor away.« Was jahrzehntelang als Formel für ein gesundes Leben ausreichte, gilt heute als Anachronismus erster Güte. Heute überschütten uns Gesundheits-Dienstleister mit nützlichen Hinweisen und Tipps, wie unser Leben gesund, erfüllt und womöglich bald ewig verläuft – und zwar am liebsten per App. Installiert mit einem Tastendruck, erhalten wir weit mehr als nur Gesundheits- und Ernährungshinweise. Die digitalen Helferlein berechnen unseren Body-Mass-Index, eine Größe, ohne deren Kenntnis ein aufgeklärter Mensch im 21. Jahrhundert nicht leben kann. Sie begleiten uns auf dem Weg zum Idealgewicht, sensibilisieren uns für kalorienarme Ernährung und empfehlen tägliche Fitnessübungen. Sie motivieren uns sogar zum Nichtrauchen und dazu, die Abstinenz auch durchzuhalten. Es sind Anwendungen voller segensreicher Wirkungen, es ist die Rettung der Welt. Halleluja!

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»Die ich rief, die Geister, …«

Leben ohne Smartphone?

(Drei Minuten Lesezeit)

Smartphone: »Daddeln« für die »Medienkompetenz«?
Mobilgeräte sind überall – die Klagen darüber auch

Der Fortschritt ist manchmal ein trügerischer Freund. Was war ich damals froh, als ich Telefongespräche mit Freunden, und erst recht mit Stefanie aus der Parallelklasse, nicht mehr im elterlichen Wohnzimmer führen musste. Ein schnurloser Apparat verlegte das Gespräch, das gleich eine Nuance vertrauter verlief, auf das abgewetzte Sofa meines Zimmers. Als Berufseinsteiger dann ermöglichte mir ein Mobiltelefon, dessen Nutzung mich an die Spitze der elaborierten Menschheit katapultierte, den Zurückgebliebenen am ehemaligen Studienort in aller Ausführlichkeit von den goldenen Zukunftsaussichten eines PR-Volontärs zu berichten. Allein das etwas undurchsichtige Tarifsystem, das natürlich noch keine Flatrate kannte, verkürzte alsbald meine Berichte, weil vom sowieso schon überschaubaren Einstiegsgehalt rasch ein nennenswerter Teil dem Netzbetreiber zugeführt werden musste. weiterlesen …

Stereotypen oder »Rhythm of Life«?

Über Murmeltiertage und andere Periodika

Schaf
»Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde zu sein, muss man vor allem Schaf sein.« (Albert Einstein)

Mein Sohn ist 14. Seit ein, zwei Jahren hat er für sich das Philosophieren als Hobby entdeckt – vorzugsweise mit seinem Vater. Das ist manchmal anstrengend, meistens aber sehr belebend und es schärft meinen Blick dafür, wie die nachwachsende Generation die Dinge sieht.

»Schreibst du auch mal was über Rhythmus, Papa?« …

… schlug er mir spontan vor, als ich ihm von diesem Blog-Vorhaben erzählte.

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